Schöne Literatur

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Können Bestseller etwas für mich sein?

Gesellschaftliche Milieus nach Sinus
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„Bestseller können für mich nichts sein! Denn was allen gefällt, kann unmöglich meinen ausgesuchten Geschmack treffen.“ – So war lange meine Haltung zur SPIEGEL-Bestsellerliste. Trotzdem interessierten mich viele Titel davon, und viele besaßen ganz unzweifelhaft literarischen Wert. Erst nach Jahren wurde mir klar, wie „die Intelligenz der Vielen“ hier funktioniert:

Auf der Bestsellerliste plazieren alle gesellschaftlichen Gruppen ihre Favoriten – nebeneinander. So steht Haruki Murakami ganz zwanglos neben Nora Roberts, obwohl kaum ein Leser beide Autoren lesen würde. Die Bestsellerliste präsentiert also nicht einen einzelnen Wettbewerb mit zehn Plätzen, sondern aus zehn unterschiedlichen Wettbewerben den jeweils ersten Platz. Und die bildungsnahen Schichten sind mehrfach vertreten, weil sie mehr Bücher kaufen.

Heute nutze ich die SPIEGEL-Liste in zwei Schritten: interessiert mich ein Titel, dann betrachte ich die Bestseller-Plazierung als erfolgreiche Qualitätsprüfung durch viele Gleichgesinnte. Spricht mich ein Buch dagegen nicht an, ist es wohl eher der Favorit eines anderen Milieus, und ich kümmere mich nicht weiter darum.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 14. März 2014 von in Uncategorized.